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ISO 19030: neue Norm für den maritimen Sektor

Eine neue Norm für den maritimen Sektor wurde veröffentlicht. Die ISO 19030 wurde von der Internationalen Organisation für Normung bekannt gegeben.

ISO 19030 ist eine Norm, die entwickelt wurde, um die Wirksamkeit von Alternativen zur Verbesserung der Performance von Propeller und Schiffsaußenhaut messbar zu machen. Mit ihrer Einführung lassen sich die CO2-Emissionen von Schiffen um etwa 10 % senken und zusätzliche Kraftstoffeinsparungen in Höhe von 30 Milliarden Dollar erzielen. Die Norm schafft die im Sektor bislang fehlende Transparenz bei den entsprechenden Messungen und trägt maßgeblich dazu bei, die Energieeffizienz von Schiffen zu steigern.

Zum Thema gibt es einen zweistufigen methodischen Ansatz. Die erste Stufe ist ISO 19030-2, das standardisierte Messverfahren mit den anspruchsvollsten Bedingungen und der höchsten Messgenauigkeit. Die zweite Stufe ist ISO 19030-3, die alternative Methoden zulässt und die Anwendbarkeit der Norm erweitert. ISO hat mehr als drei Jahre und rund 12.000 Stunden in die Erarbeitung dieser Norm investiert.

Die Performance von Propeller und verschmutzter Schiffsaußenhaut macht rund 10 % der Kosten im weltweiten Schifffahrtssektor aus. Zwar gibt es wirksame Alternativen zur Leistungssteigerung. Eine einheitliche und anwendbare Messmethode, mit der sich die Rentabilität belegen lässt, fehlte bis vor Kurzem. ISO 19030 definiert Reparatur-, Instandsetzungs- und Verbesserungsmaßnahmen für Außenhaut und Propeller und liefert die zugehörigen Messmethoden. Seit 2013 leitet ISO eine weltweite Arbeitsgruppe mit 53 Fachleuten aus Werften, Reedern, Farbherstellern, Performance-Monitoring-Unternehmen und Forschungseinrichtungen, um eine praxistaugliche Norm zu schaffen.

Das 2011 eingeführte Hull-Performance-Konzept zielt darauf ab, den Geschwindigkeitsverlust von Schiffen über einen bestimmten Zeitraum so gering wie möglich zu halten und so die maximale Effizienz zu erreichen. Bei der Performance-Messung werden die Anpassungen zwischen der an den Propeller übertragenen Leistung und der Fortbewegungsgeschwindigkeit sowie deren Auswirkung auf die Energiebilanz des Schiffes über einen speziellen Monitoring-Mechanismus erfasst. Dieses Verfahren bildet die Grundlage der neuen ISO-Norm.

Drei unabhängige Studien zeigen, dass Schiffe bei standardmäßigem Antifouling über einen Zeitraum von 60 Monaten im Mittel 5,9 % Geschwindigkeit verlieren. Das Konzept garantiert vertraglich, dass dieser Geschwindigkeitsverlust im gleichen Zeitraum maximal 1,5 % beträgt. Die langfristigen Performance-Gewinne, die mit HPS erzielt werden, sind für Reeder datenbasiert nachgewiesen.